Pfarrkirche
Die Pfarrkirche St. Quirinus in Langenfeld, aufgrund ihrer beeindruckenden Größe auch als "Eifeldom" bekannt, ist ein herausragendes Beispiel neugotischer Sakralarchitektur in der Eifelregion. Ihr Bau in den Jahren 1894 bis 1898 spiegelt nicht nur den architektonischen Zeitgeist wider, sondern auch den tief verwurzelten Glauben und das Engagement der lokalen Gemeinde.
Historischer Kontext
Langenfeld, eine kleine Gemeinde in der Eifel, war im 19. Jahrhundert geprägt von Landwirtschaft und Handwerk. Die religiöse Praxis spielte eine zentrale Rolle im Alltag der Bewohner, und der Wunsch nach einem größeren Gotteshaus wuchs mit der Zeit. Die bestehende Kirche wurde den Bedürfnissen der wachsenden Gemeinde nicht mehr gerecht, was den Anstoß für den Bau der neuen Pfarrkirche gab.
Initiative und Planung
Die treibende Kraft hinter dem Bau der neuen Kirche war Pfarrer Jakob Thewes, der 1884 nach Langenfeld kam. Mit großem persönlichem Einsatz setzte er sich für das Projekt ein, selbst als die zuständigen Behörden in Trier zunächst keine Genehmigung erteilten. Der Architekt Gerhard Franz Langenberg (1842–1895) wurde mit der Planung beauftragt. Seine Entwürfe sahen eine imposante Hallenkirche im neugotischen Stil vor, die aus heimischem Bruchstein errichtet werden sollte.
Bauphase
Die Bauarbeiten begannen 1894 und dauerten bis 1898. Trotz finanzieller und logistischer Herausforderungen, die ein solches Großprojekt in einer ländlichen Region mit sich brachte, konnte die Kirche dank der Unterstützung der Gemeinde und des unermüdlichen Einsatzes von Pfarrer Thewes fertiggestellt werden. Am 16. September 1899 wurde die Kirche gesegnet und schließlich am 10. Mai 1900 feierlich geweiht.
Architektonische Merkmale
Die Pfarrkirche St. Quirinus beeindruckt durch ihre Größe und die Detailtreue der neugotischen Gestaltung. Der Bau aus heimischem Bruchstein verleiht dem Gebäude eine robuste und zugleich elegante Erscheinung. Die hohen Spitzbogenfenster, filigranen Maßwerke und der imposante Turm sind charakteristische Merkmale des neugotischen Stils und zeugen von der handwerklichen Kunstfertigkeit jener Zeit.
Bedeutung für die Gemeinde
Die Fertigstellung der Kirche stärkte das Gemeinschaftsgefühl in Langenfeld und wurde zu einem zentralen Ort des religiösen und sozialen Lebens. Die Bezeichnung "Eifeldom" unterstreicht den Stolz der Einwohner auf ihr Gotteshaus, das in seiner Größe und Pracht in der Region einzigartig ist.
Heutige Nutzung und Bedeutung
Heute gehört die Pfarrkirche St. Quirinus zur Pfarrei Sankt Jodokus, die am 1. Januar 2022 durch die Fusion der Pfarreien St. Dionysius Kirchwald, St. Quirinus Langenfeld und St. Valerius Wanderath entstand. Die Kirche ist nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch ein kulturelles Erbe, das Besucher aus nah und fern anzieht. Die regelmäßigen Wallfahrten zur nahegelegenen Kapelle St. Jost im romantischen Nitztal, an denen jährlich etwa 2.000 Pilger teilnehmen, unterstreichen die anhaltende religiöse Bedeutung der Region.
Fazit
Die Pfarrkirche St. Quirinus in Langenfeld ist mehr als nur ein architektonisches Meisterwerk; sie ist ein Symbol für den Glauben, den Zusammenhalt und das kulturelle Erbe der Gemeinde. Ihr Bau und ihre Geschichte zeugen von der Entschlossenheit und dem Engagement der Menschen, die sie errichtet und über die Jahre erhalten haben.